W-BF-9 Judith Hasselmann

Liebe Delegierte,

ja, ich will es noch einmal tun! Ich bin Überzeugungstäterin in Sachen Feminismus und vertrete seit 5 Jahren unseren Landesverband im Präsidium des Bundesfrauenrat.

In manchen Bundesländern blickt man neidisch auf NRW:

Wir haben erstmals in unserer Satzung eine frauenpolitische Sprecherin im Landesvorstand verankert Wir haben eine sehr beliebte Ministerpräsidentin in NRW und eine Grüne Vize-Ministerpräsidentin Wir haben junge Frauen, die im Landtag mit Leidenschaft Politik machen und viele Nachwuchsfrauen werden ab dem 22. September für uns im Bundestag Politik machen. In meinem eigenen Kreisverband haben wir eine weibliche Doppelspitze und in einem Kölner OV sind 5 Frauen und 1 Mann im Vorstand. Unser kürzlich verabschiedetes Wahlprogramm hat ein stimmiges Angebot für Frauen und Männer, denen ein Leben ohne Geschlechterhierarchie wichtig ist.

Also, alles im Lot mit der Gleichberechtigung? Schön wär’s!

Dank der Quote haben wir Grünen es geschafft, uns eine Insel der gelebten Gleichstellung zu erschaffen. (Nicht immer, aber immer öfter!) Leider sieht das außerhalb unserer Partei immer noch anders aus. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns immer wieder klarmachen, für wen wir eigentlich Politik machen. Denn verfehlte Rentenpolitik, falsche Steueranreize und eine Abschiebung von Frauen in Minijobs bei gleichzeitigem Fachkräftemangel waren der schlechtesten Frauenministerin aller Zeiten leider kein Anreiz zum entschlossenen Handeln. Merkel, von der Leyen und Kristina Schröder, sind die Troika der Mutlosigkeit, das Trio der frauenpolitischen Lethargie und der Begleitchor des Betreuungsgeldes, welches Frauen in eine Sackgasse hinein alimentiert. Solange eine Ehe für Frauen eine finanzielle Scheinsicherheit beduetet, muss die eigenständige Existenzsicherung unser Dreh – und Angelpunkt sein.

Die Bundesfrauenkonferenz in Leipzig hat das nochmal sehr deutlich gemacht und als Konsequenz haben wir das Schlüsselprojekt ’eigenständige Existenzsicherung’ im Wahlprogramm erstritten und eben nicht nur die Abschaffung des Ehegattensplittings. Es ist ein stimmiges Angebot für Frauen und Männer, denen ein Leben ohne Geschlechterhierarchie wichtig ist.

Der erste Geschlechtergipfel in NRW mit dem Titel ’Zusammen anders’ setzte starke Signale, denn wir wollen die Lebenssituation und die Wünsche von Frauen und Männern nicht gegeneinander ausspielen. Wir glauben nicht mehr an Alternativlosigkeiten.

In den nächsten Monaten werden wir im Wahlkampf endlich die Gelegenheit haben, klarzumachen, warum eine CDU-Kanzlerin noch lange nicht Fraueninteressen vertritt und dass Wählerinnen und Wähler vergiftete Wahlgeschenke auf 20 km gegen den Wind erkennen. Strickt mit uns an Wahlständen, damit Merkel sich warm anziehen kann, schlagt auf Töpfe gegen Merkels Herdprämie und bietet in Fußgängerzonen den Frauen Fairtradecafé 23% günstiger als den Männern an. Kommt, wir fangen heute an!

Nach dem 22.September will ich dann mit dem Votum der LAG Frauenpolitik wieder meinen Beitrag zu der Weiterentwicklung unserer Positionen leisten und erwarte zwei aufregende Jahre mit guten Debatten, viel Hirnschmalz und guten Lösungen.

Herzliche Grüße aus dem Rheinland

Judith Hasselmann

Bei Fragen : judith.hasselmann@gmx.de

twitter.com: gruene_frauen

Biografie

Seit 2004 grünes Mitglied | 6 Jahre lang eine von drei Sprecherinnen der LAG Frauenpolitik in NRW | Absolventin des Studienganges ‚Virtual International Gender Studies’ der Fernuni Hagen | Mentee Jahrgang 04/05 des Mentoring Programms der Böll Stiftung in NRW | jetzt Mentorin des Cross Gender Mentoring Programms | seit 5 Jahren im Präsidium des Bundesfrauenrates | Berufliches: Wahlkreismitarbeiterin von Kerstin Müller in Köln

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