W-BF-2 Valérie Vivienne Nitsche

Liebe Mit-Grüne,

hiermit bewerbe ich mich als Delegierte für den Bundesfrauenrat.

Altersarmut und Mehrfachdiskriminierung trifft besonders uns Frauen hart. Noch immer liegen unsere Einkommens- und Karriereerwartungen deutlich unter denen der Männer, wir bekommen häufiger als Männer Niedriglöhne, haben weit öfter nur geringfügige oder prekäre Beschäftigungen, Dank meist viel geringerer Lebensarbeitszeit in großer Mehrheit Rentenerwartungen unter der Armutsgrenze, wir tragen besonders oft die Last des Alleinerziehens und müssen dabei mit familienfeindlichen Arbeitszeiten und fehlenden Betreuungsmöglichkeiten für unsere Kinder zurecht kommen.
Ich möchte mich für all die Frauen einsetzen, für die es der Politik längst nicht mehr darum geht, ihre Armut wirksam zu verhindern, sondern diese allenfalls gesellschaftlich zu bewältigen.
Frauen denen es aufgrund von Mehrfachbenachteiligungen, etwas wegen ihres Alters, wegen Behinderungen, ihrer Religion, Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung beziehungsweise Identität besonders schwer fällt, ihre eigene Situation zu verbessern und ihre Rechte wahrzunehmen, gilt meine besondere Aufmerksamkeit.
Auch die Situation der Sexarbeiterinnen muss deutlich verbessert werden. Unwürdige Arbeitsbedingungen, Zwangsprostitution, Menschenhandel, rechtliche Rahmenbedingungen, die mehr den Freiern und Zuhältern nutzen als den Frauen: da möchte ich ansetzen.

Wir Grüne stehen für eine Gesellschaft, die niemanden zurücklässt, die auch gesellschaftspolitisch nachhaltig handelt, für Menschenwürde und Menschenrechte: ich bitte daher um euer Vertrauen, damit ich diesen Frauen – darunter auch viele Transfrauen – im Bundesfrauenrat eine Stimme geben kann!

Biografie

Ich stamme aus der Voreifel und habe neben meinem Diplom-Abschluss als Physikerin auch eine journalistische Ausbidung. Als freie Redakteurin ist mein Schwerpunkt derzeit auf die Öffentlichkeitsarbeit für die Anliegen von Transgendern und Transsexuellen, die in den Medien neben den durchaus berechtigten Forderungen der Lesben und Schwulen zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aufkärung, aber auch Altersarmut, Prostitution, Mehrfachdiskriminierung, Hassverbrechen und Menschenrechtsverletzungen bilden dabei den Hintergrund meiner Arbeit. Bei den Grünen bin ich seit 2008  und setze mich dort gemeinsam mit Lesben und Schwulen als Sprecherin der LAG Queer für die Menschenrechte, Gleichstellung und Akzeptanz von Menschen mit nicht heteronormativen und/oder heterosexuellen Lebenswirlichkeiten ein. Sonstige Aktivitäten: ver.di/queer, B90/Die Grünen im Kreistag Euskirchen, attac, LSVD

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